Verfasst von: edelluc | Oktober 13, 2010

Tagebuch einer Krankenschwester an der Westfront im 1. Weltkrieg (1914-1915) – 20

Dienstag, 13. Oktober 1914

Endlich bin ich im Zug und habe gerade ausgepackt. Es gibt eine Armee Schwester und zwei Reserven, einen Major —, O.C. und zwei Jungoffiziere.

Ich weiß bis jetzt noch nicht, wie verworren die Arrangements sind. Wir haben jeder unsere eigene Koje, mit einer anständigen Matratze, einem Polster und Decken: ein Tisch und ein Stuhl an einem Ende, ein Menge Haken und Ablagen und eine lieblicher kleiner Waschraum, der aus der Koje führt und von zwei Schwestern geteilt wird auf jeder Seite. Jede hat eine Tür. Keiner weiß wo wir hingehen; wir starten diesen Nachmittag.

6 Uhr morgens – Wir sind noch nicht unterwegs. Wir aßen in einem kleinen Speisewagen zu Abend, wir vier Schwestern an einem Tisch, Major — und seine zwei Zivilchirurgen an einem anderen, und einige französische Offizielle des Zuges an einem anderen. Das Essen wurde von Franzosen gekocht und serviert – sehr nett, keine Tischdecken, nur Messer und Gabel. Sie sind alle sehr freundlich und fröhlich.

Zwischen der täglichen Behandlung der Verwundeten, was nur zu real ist, fühlt es sich wie ein Spiel oder ein Traum an: warum sollte das ganze Frankreich, dass entlang der Zugsgleise und Orte nicht vollkommen umgekrempelt sein, mit all den herumschwärmenden britischen Soldaten, und all den Franzosen und Engländern, die nur über eine Sache sprechen und dafür arbeiten? Alles, und jedes Haus, jedes Hotel, Schule und College, wird für etwas anderes genutzt, als wofür es bestimmt war; die Unterbringungen sind universal.

Man hört eine witzige Abwechslung von gelerntem und ungelerntem Englisch von allen Seiten, und lautes französisches Gequatsche aller Arten. Am Tage sieht man Flugzeuge und Truppentransporter und Artilleriezüge; und in der Nacht sieht man die Suchlichter und hört permanente Heulen und Kreischen der Zugspfeifen. An jeder Station und an jeden öffentlichen Türen oder Toren sind die rot-blauen französischen Soldaten mit ihren langen, spitzen Bajonetts oder unsere Tommies mit den kurzen breiten Bajonetten die nur halb so tödlich aussehen, aber ich vermute sie sind weit schlimmer. Man muss hier  entweder einen unterschriebenen Ausweis haben oder man muss die „mot“ kennen, die von den französischen Wächtern ausgegeben wurden. All dies von Havre und St. Nazaire bis hinauf zur Front.

Der Zug ist eine Drittel-Meile lang, also drei Spaziergänge entlang seiner Seite verschafft dir Übung von einer Meile. Die Betten der Krankenstation sind wunderbar: breit und weich, mit lieblichen Polstern und weichen dicken Decken; jede Menge an Verbandmaterial und chirurgischer Ausrüstung und eine große Küche, Lager für die Stewards und drei Pfleger für jeden Waggon. Würde mich nicht überraschen wenn wir „dort“ sind, wenn es dunkel ist, damit wir das Kriegsland nicht sehen. Manchmal werden wir von gesprengten Brücken vor uns gestoppt und kleinen Hindernissen dieser Art.

Übersetzung aus dem Englischen von „Diary of a nursing sister on the Western Front 1914-1915″

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: