Verfasst von: edelluc | Oktober 11, 2010

Tagebuch einer Krankenschwester an der Westfront im 1. Weltkrieg (1914-1915) – 19

Sonntag, 11. Oktober 1914, Versaille

Um 3 Uhr morgens kam ein Offizier des Zouave Regiments, in blauer und goldener Zouave, blauer Schärpe, purpurner Tasche wie Petticoats, schwarzen Wickelgamaschen und seiner elegant gekleideten Schwester in mein Abteil; beide sehr nett und sehr freundlich. Er war 21 Jahre alt, hat in drei Einsätzen gekämpft und wurde zweimal verwundet; jetzt rekonvaleszent nach einer Verwundung am Fuß vor einem Monat – sie fahren zum depôt to rejoin. Ihr Mann ist ebenfalls an der Front und auch ein anderer Bruder. Ich bin in Versailles umgestiegen und bekam Tee. Auch eine kleine Waschung bei der immer hilfreichen Stationschwestern im Dienst, die einen an jeder großen Station willkommen heißen. Die Nr. — G.H die sie hier haben ist ein sehr feines Hotel mit wunderbaren Gärten und sie sind sehr stolz darauf – nahe des Palasts.

10 Uhr Vormittags, Juvisy

Ich bin nun in einem leeren 1. Klasse Salon (in dem ich einen langen Spaziergang machen kann) nach langem Warten, mit  café au lait und einem Omlette in Juvisy, und “The Times” vom 5. Oktober.

Es liegt eine angeheme Unsicherheit über den eigenen Wert im aktiven Dienst. Ich habe nicht die leisteste Ahnung was passiert, wenn ich in einer halben Stunde in Villeneuve ankomme. Werde ich —

(a) dort bleiben um Befehle abzuwarten entweder in einem französischen Zimmer, einer Zugswaggon oder in einem Zelt.

(b) nach Braisne gesendet um in den Zug zu kommen; oder

(c) nach Havre gesendet für dasselbe.

Wir hatten einen Mann in der Nr. — Station der beim berühmten Angriff der 9. Lancer unverletzt blieb, aber ins Spital kam, wegen eines eingwewachsenen Zehennagels!

Villeneuve, 5 Uhr Nachmittags

Wie ein geschwätziger Idiot war ich so interessiert am Geburtstag im Gunner’s Dirary “in meinem Loch”, dass ich Villeneuve Triage verpasst habe und eine Station danach ausgestiegen bin! Ich musste eineinhalb Stunden auf den Zug warten um zurückzufahren und kam dort um ca. 12 Uhr an. Vier höfliche London Scottishs haben mich beim Kragen gepackt und mein Gepäck getragen. Ich fand die diensthabende Schwester des Ambulanzzuges.

Ich wünschte ich könnte beschreiben, wie außergewöhnlich dieser Platz ist. Es ist das Swindon von Frankreich; eine gewaltige Wildnis von Geleisen, Zügen, und enormen Hangars, die jetzt als Camps und Spitäler verwendet werden. Schwester B. ist in einer abgeschlossenen Ecke einquartiert, in einer dieser Hütten, die von London Scottishs umgeben ist, die dort kochen und Tee in kleinen Gruppen machen; sie schwärmen hier herum. Heute Nacht schlafe ich im selben schmalen Bett in einer leeren Hütte mit einer Schwester, die ich zuvor noch nie gesehen habe. Wir aßen in einem französischen Spital. Ich lieferte mein “Sehr dringend”-Umschlag bei der R.T.O. beim Direktor für Versorgung ab und berichtete bei Major —. Nach dem Mittagessen schlief ich eine Stunde auf dem Bett. Es gibt Reihen von Typhuspatienten auf Bahren in Khaki in dieser Hütte, die auf Motorambulanzen warten, um sie nach Versaille Nr. — G.H. zu bringen, währenddessen sie hier versorgt werden.

Es gibt auch britische Gefangene (Dissertierte) die einer anderen Ecke angekettet sind und französische Truppen am gegenüberliegenden Ende!

Übersetzung aus dem Englischen von „Diary of a nursing sister on the Western Front 1914-1915″

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