Verfasst von: edelluc | September 27, 2010

Briefe eines Soldaten (1914-1915) – 4

Mittwoch, 16. September 1914

In der Horror-Zone.

Die regnerischen, zwielichtigen Schatten auf der Straße und plötzlich, in einem Straßengraben – die Toten! Sie haben sich selbst vom Schlachtfeld bis hier weggezerrt – jetzt sind sie alle hinweggerafft. Die anbrechende Dunkelheit macht es schwierig ihre Nationalität zu erkennen, aber dasselbe große Mitleid schließt sie alle ein. Es gibt nur ein Wort für sie: arme Jungs! Die Nacht über diese Schändlichkeiten – und dann wieder der Morgen. Der Tag erhebt sich über die angeschwollenen Körper toter Pferde. In der Ecke eines Waldes, Fleisch, lange kalt.

Man sieht nur offene Säcke, gerissene Haferbeutel. Nichts bleibt über was nach Leben aussieht.

Unter ihnen einige Zivilisten, deren Anwesenheit, seitdem die Deutschen weiterhin versuchen Frankreich zur Geisel zu machen, unter unserem Feuer marschieren.

Sollten diese Notizen jemand erreichen, so mögen sie ein ehrliches Herz erzürnen, über den Horror dieses falschen Verbrechens jener, die dafür verantwortlich sind. Es wird nie genug Glorie geben um all das Blut und den Schmutz zu überdecken.

Übersetzung aus dem Englischen von „Letters of a soldier (1914-1915)“

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