Verfasst von: edelluc | September 22, 2010

Tagebuch einer Krankenschwester an der Westfront im 1. Weltkrieg (1914-1915) – 4

Dienstag, 22. September 1914

Zurück nach Le Mans um 2 Uhr morgens – eine Motorambulanz brachte uns zum Spital, wo uns ein Krankenpfleger im Theater wundervolle Betten auf Bahren, mit braunen Decken und Polstern, hergerichtet hat. An die Tür hängte er ein Schild auf dem “Operation” stand, damit uns niemand stört. Um 6 Uhr gingen wir auf unsere Plätze um uns zu waschen und zu frühstücken und meldeten uns bei der Oberschwester um 8 Uhr. Wir waren zwei Tage und zwei Nächte in unseren Kleidern; aßen wo, wann und was wir bekommen konnten; nur einmal auf einem Bahnsteig aus einem Zapfhahn waschen, den ein netter Seargent für mich drückte, während ich mich säuberte! Einmal neben den Geleisen zwischen zwei Zügen Zähne putzen in der Dunkelheit. Es gibt kein Wasser in den Zügen oder an den Stationen, außer für die Dampfmaschinen, wo Tee in Kannen gemacht wird, während den Halts.

Heute haben wir Ruhetag, um für einen neuen Zug heute Nacht bereit zu sein, wenn notwendig. Die Zugsverbindung von der Front nach Rouen – wo es zwei Großspitäler gibt – sind unterbrochen; daher die schreckliche Überfüllung in unserer Station. Als wir heute morgen zurückkamen, waren bereits neun von denen, die wir am Sonntag Nachmittag aus den Zügen brachten gestorben und einer bevor er das Spital erreicht hatte. Drei an Tetanus. Ich habe nicht gehört, wieviel von den anderen am anderen Jesuiten Schulspital; auch dort Tetanus. Einige der Amputationen starben an Sepsis oder Schock, und das würde dich auch nicht wundern, wenn du sie gesehen hättest. Ich ging um 9 uhr morgens zum Hochamt in die wunderschöne und herrliche Kathedrale – alles mit prächtigem alten Glas, weißem und grauem Stein, schlanke Gothik und fetter Normannenstil. Es war sehr fein und tröstlich.

Die kranken Offiziere sind ängstlich zufrieden die “Times” zu sehen, ganz egal wie alt; uns geht es genaus. Ich habe M. gebeten ihre täglichen ½ dime Bildzeitungen einmal die Woche für die Männer zu sammeln.

Übersetzung aus dem Englischen von „Diary of a nursing sister on the Western Front 1914-1915″

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