Verfasst von: edelluc | September 21, 2010

Tagebuch einer Krankenschwester an der Westfront im 1. Weltkrieg (1914-1915) – 3

Montag, 21. September 1914, Le Mans

Im Zug, zurück von St. Nazaire nach Le Mans. Wir machten die Fahrt in zwölf Stunden und kamen um 9 Uhr morgens an, was sehr gut war, in Anbetracht der Überlastung der Bahnlinie. Mitten in der Nacht wurden wir neben einen gewaltigen Truppentransporter gezogen, der eine ganze Brigade D. von Cornwalls L.I. an die Front brachte. So einen Kontrast zu unserer Ladung die der Front entkommen war. Es wird unser Los sein lange nicht ins Bett zu kommen; der medizinische Offizier in St. N. sagte uns, dass schon wieder zwei Züge reinkommen und im Spital und auf den Schiffen keine Betten mehr frei sind. 1300 werden für morgen erwartet; vier starben in einem der Züge; unseren ginge es weitestgehend gut nach dem unglaublichen Dreck und Mief die ganze Nacht im Zug; es war kein Ambulanz-Zug, sondern Güterwaggons und normale Personenwaggons.

Die Männer sagten, dass kaum noch Offiziere in den Regimentern über sind. Es hat noch nie einen derartigen Andrang gegeben, mit dem man umgehen musste, aber den Deutschen muss es schlimmer ergehen. Uns wurden dreizehn deutsche Gefangene aufgehalst mit einer Wache der London Scottish, einer der ersten Territorials, der rauskam, der vor Gesundheit, Stolz und Versessenheit platzte. Sie sind gerade nicht in einem Kampfabschnitt, werden aber als Eskorten für die G.P. und andere Arbeiten verwendet.

Einer der Männer in unserem Zug hatte eine sechs Inch klaffende Wunde von einem Schrapnell an der Schulter, dort, wo er nicht hinsehen konnte. Er fragte mich, ob es eine Schussverletzung sei! Er dachte bei sich, dafür sei sie zu groß und es müsse ein Schrapnell sein! Er hat es die ganze Nacht nicht erwähnt.

Heute Morgen hatten wir einiges an Verbandsarbeit und überließen sie dann dem diensthabenden, medizinischen Offizier und zwei Krankenpflegern. Wir übergaben unseren Bericht bei der A.D.M.S. und erhielten eine Bescheinigung für die Rückfahrt. Wir sollten irgendwann gegen Mitternacht wieder in Le Mans sein. Ich bin kein bisschen müde. Es ist seltsam, wir hatten ein paar Pausen in der Nacht und konnten doch nicht schlafen.

Übersetzung aus dem Englischen von „Diary of a nursing sister on the Western Front 1914-1915″

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: